Slack-Himmel über Berlin

Es gibt Wochenenden, die brennen sich einfach ins Gedächtnis. Das letzte Wochenende gehört für mich definitiv dazu. Zwei Tage, zwei Highlines, ein Stadion – und eine Stadt, die uns zugeschaut und mitgefiebert hat.

„Wenn ein Mensch auf die Line tritt, atmet, zittert, lacht — dann wissen wir: Er ist da.
Und wenn er in der Mitte steht und ganz still wird, dann wissen wir: Er ist wirklich angekommen.“ – Yoda

Berlin ist eine Stadt voller Kunst, voller Ausdruck, voller wilder Ecken und spontaner Bühnen. Und an diesem Wochenende durften wir selbst ein Teil davon sein. Unsere Bühnen waren nur 1,7cm und 2,5cm breit – aber dafür lang und hoch über der Stadt. Für mich ist Highlinen immer eine Mischung aus Spiel, Kampf und Meditation: das Spiel mit der Angst, der Kampf diese zu überwinden, und die Meditation, die schlussendlich einsetzt, wenn die Welt ruhig wird und nur noch die Schritte zählen.

Vom 28. bis 29.09.2024 riggten wir zwei Highlines im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.
Unten im Mauerpark liefen Flohmarktbesucher herum, beim Karaoke gröhlten hunderte Leute ihre Songs in die Sonne – und wir liefen über ihren Köpfen.

Zwei Lines wurden etabliert:

  • “Wings of Desire” – 210m (Sky Diamond)
  • “OKIN” – 150m (Aki Polar)

Beide hingen 40-50 Meter über dem Stadionboden, was – weil der Sportpark selbst erhöht liegt – real eher 70 Meter über Berlin bedeutete.

Highlines sind meistens keine Solo-Aktionen. Sie sind Teamarbeit.

Vielen Dank an Alle, die an die Umsetzung dieses Projektes geglaubt haben, ohne euren Stoke und eure langjährige Erfahrung im Aufbau und Laufen von Highlines hätte ich es mich nie getraut, den Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark anzufragen.

Und natürlich auch ein riesiges Dankeschön an die Verwaltung des Stadions, die uns zugetraut hat, diese Vision umzusetzen.

— Alex

Ein Slackliner läuft auf einer Highline weit über den Dächern von Berlin.
Matze beim Sonnengruß auf der 150m langen „OKIN“ (Foto: Kasia)